Bahnindustrie boomt

Jahrelang mussten Europas Bahnkonzerne auf den Aufschwung warten. Dort jetzt ist die Zeit des Wartens vorbei. Die Liberalisierung des Schienenverkehrs in Europa heizt den Wettbewerb neu an. Gerade private Bahngesellschaften haben nun bessere Chancen auf Gewinne und bauen ihre Waggonflotten aus. Auch die Deutsche Bahn schreckt nicht vor Investition zurück und will allein 2,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Züge stecken. Sie hat 320 neue Wage für den Regionalverkehr bestellt und will zusätzlich ihre ICEs erneuern.

Die Wirtschaft freut dieser Investitionschub. Die Auftragsbücher der Brancheführer Siemens, Vossloh und Bombardier sind für die nächsten Jahr prall gefüllt. Die Umsätze stiegen um 5,5 Prozent auf rund 9,6 Milliarden Euro. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist der Boom klar zu spüren. Die Bahnwirtschaft stellt ein wie kaum eine andere Branche. Allein 2008 sollen noch 1200 Ingenieure eingestellt werden. Nur ein Teil der Bahnindustrie profitiert wenig, die Bahn- und Schienentechnikbetriebe. Hier sind die Gewinne nicht so rosig wie beim Rest der Wirtschaft.

Der Großteil der Investitionen geht in Waggons und Loks. Die Investitionen in die Schieneninfrastruktur fallen dagegen vergleichsweise gering aus. Durch die geplante Teilprivatisierung der Deutschen Bahn erhofft sich die Wirtschaft einen zusätzlichen Schub für die Konjuktur. Über Teilprivatisierung der Bahn berät der Koalitionsausschuss am kommenden Montag, eine Entscheidung gegen die Privatisierung gilt als unwahrscheinlich.
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